Italien stellt Kauf bei fliegenden Händlern unter Strafe
Sie gehören in Italien zum Strandbild einfach dazu: Fliegende Händler, meist afrikanischer Abstammung, mit gefühlten 20 Sonnenhüten auf dem Kopf, 30 Strandkleider in der linken Armbeuge, 150 Halsketten in der rechten und zwischen beiden Händen eine Schauvitrine mit Armreifen und Fingerringen. In Italien nennt man sie „Vu Cumpras?“, was dem deutschen“ Du wolle kaufe“ entspricht. Diesen Händlern hat der neue italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega Nord nun den Kampf angesagt. Dabei will er es- nach einem Bericht der italienischen Tageszeitung „LaStampa“ - aber nicht belassen, sondern auch die Touristen, die ihre Waren kaufen, hart bestrafen.
Mit bis zu 7000 Euro Bußgeld muss danach rechnen, wer sich bei den Vu Cumpras eindeckt, dazu gehören auch kalte Getränke, Kokosstücke oder illegale Dienstleistungen wie Massagen.
Hintergrund der drastischen Maßnahmen dürften vor allem entgangene Steuer- und Sozialabgaben sein, die nach Angaben des italienischen Verbands der Einzelhändler und kleinen Dienstleistungs- und Fremdenverkehrsunternehmen auf 11,5 Milliarden Euro beziffert werden. Die Vu Cumpras verkaufen nämlich illegal erworbene, zumeist auch gefälschte Markenprodukte. Da sie nicht angemeldet sind,führen sie auch keine Steuern oder gar Renten- und Krankenversicherunsbeiträge ab.
Quelle: La Stampa
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