Autor Rupert Heigl ( rechts) mit "Troll" und Führer Detlef
Lichterschau
Die Feengrotten in Saalfeld
Mit einem kräftigen"Glück Auf" begrüsst uns Detlef als Steiger und Leiter der ersten Gruppe am heutigen Tag am Eingang der Feengrotten im thüringerischen Saalfeld. Ein wenig sieht er schon aus wie ein Troll mit einem ganz listigen Lächeln. Das sollte sich im Laufe der Grubentour bestätigen und so hat er uns einige Male mächtig gefoppt und die Befahrung (so heisst eine Begehung in der Bergmannssprache) der Feengrotten zu einem einmaligen Erlebnis werden lassen.
Eigentlich heisst das Bergwerk "Jeremias Glück" und diente seit Jahrhunderten der Förderung von Alaunschiefer. Dieser war genauso kostbar wie Gold und wurde zum Gerben von Leder und zur Blutstillung bei Verletzungen benutzt. Der Abbauprozess war mühsam und zeitaufwendig. Mit der beginnenden Industrialisierung und der künstlichen Herstellung von Alaun wurde das Bergwerk unrentabel und 1850 geschlossen.
Erst 1910 wurde "Jeremias Glück" durch Zufall wiederentdeckt. Das Bergwerk sollte als Heilstollen genutzt werden und versetzte die Bergleute in Staunen. Geschuldet ist dies der enormen Farbenpracht durch die hohe Mineralisierung des Gesteins und der extremen Wachstumsgeschwindigkeit der Tropfsteine. Durch das relativ weiche Gestein, genannt Bergbutter, wachsten die Stalagmiten und Stalagtiten um bis zu drei Zentimeter im Jahr und tragen so zum "feenhaften" Aussehen der Grotten bei. 1913 wurden die Feengrotten als Schaubergwerk eröffnet und seitdem von mehr als 20 Millionen Menschen besucht. Der Name stammt übrigens vom Geologen Hans Heß von Wichdorff.
Unser Troll Detlef lässt uns in der Märchengrotte in völliger Dunkelheit zurück und zaubert die Fee Rosalie zwischen die Tropfsteine. Mit den langsam angehenden Lichtern taucht man in eine wahhafte Märchenwelt ein. Wir sind sprachlos vor Staunen.
Nach einer Stunde ist die Führung beendet und mit einem weiteren "Glück auf" kehren wir ins Jetzt zurück. Wer noch Zeit hat, kann sich im Feenweltchen umsehen, wo es von Feen und Trollen nur so wimmelt. Für Kinder ein wahres Vergnügen.
Quelle: eigen
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