Behörden der Insel vor Afrika hilflos
Noch müssen Kreuzfahrer, die die Insel Madagaskar im Indischen Ozean ansteuern, nicht das Piratenlied anstimmen, das von der Pest an Bord erzählt. Doch die gefährliche Beulenpest breitet sich seit dem Sommer vergangenen Jahres immer weiter aus. Inzwischen werden auch aus dem Stadtzentrum von Antananarivo vereinzelte Krankheitsfälle gemeldet. Bisher sind 280 Infizierte und 70 Todesfälle registriert. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt daher vor einer weiteren Ausbreitung, die Behörden scheinen machtlos.
Ursache für den Ausbruch der Pest, die im Mittelalter 25 Millionen Menschen in Europa das Leben gekostet hat, sind die katastrophalen hygienischen Umstände rund um die Millionenstadt Antananarivo, die von riesigen Müllhalden umgeben ist. Mit Einsetzen der Regenzeit gelangen viele Ratten aus der Kanalisation in die Siedlungen, die den Rattenfloh mit sich tragen. Dessen Biss gilt als Hauptübertragungsmöglichkeit.
Für Touristen besteht derzeit wenig Gefahr, wenn sie sich von den Slums fern halten. Wer dennoch eine Infektion befürchtet, sollte aber umgehend einen Arzt aufsuchen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.
Quelle: ADAC
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