Sardinien schützt sich vor „Entsandung“ durch Touristen
Stolz zeigt der Hubert seine Glasvase mit Blumengesteck auf dem Wohnzimmertisch: Sand von den Stränden aus aller Herren Länder bieten ein munteres Farbspektakel im unteren Bereich.
Auf den Sand sardischer Strände wird aber Hubert verzichten müssen, denn Sardinien schützt sich vor den dreisten Sandräubern, die selbst nicht davor zurückschrecken, den Sand in 2-Liter-Cola-Plastikflaschen mit nach Hause zu nehmen. Auf dem Flughafen von Cagliari werden jährlich bis zu 5 Tonnen Sand aus den Koffern der Touristen konfisziert, die Besitzer könnten knallhart bestraft werden : Die Mitnahme von Sand und Strandgut – wozu auch Muscheln zählen – ist nach dem italienischen Gesetz verboten und wird mit einer Geldstrafe bis zu 9300 Euro geahndet.
Noch allerdings reagieren die italienischen Polizeibehörden nicht so, wie es sich eine Initiative für den Umwelterhalt Sardiniens vorstellt. Bisher wurden noch keine Strafen verhängt, das Diebesgut einfach an die Strände zurückgebracht. Doch das soll sich bald ändern: Einige Gemeinden haben schon Überwachungskameras installiert, um den Sanddieben das Handwerk zu legen.
Noch ist auch unklar, ab welchen Mengen bestraft werden soll, denn mancher Urlauber hat vielleicht noch Sand in den Schuhen nicht von Hawaii, sondern von Sardinien.
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