Verrückte Fußball-Orte

Ein Reiseführer für Neugierige
Wer die Stadien der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Mexico, Kanada und den USA darin sucht, und womöglich noch Ausflugstipps rund um die Städte der Staien oder den Quartieren der einzelnen Nationalmannschaften, sollte sich den Marco Polo-Reiseführer „Guck mal: Verrückte Fußball-Orte“ NICHT kaufen, denn da findet er nichts. Auf den reich bebilderten 225 Seiten hat Lars Sittig ganz andere schräge Highlights zum Wundern und Staunen gefunden. 101 sind es insgesamt geworden, davon beziehen sich 40 auf Deutschland, vom entlegensten Stadion auf Helgoland bis Giesings Höhen in München. Und da ist nicht das „60er“ gemeint, sondern der Sportplatz der Spielvereinigung 1906 Haidhausen. Denn bei dessen Vorgänger, dem SC 1906, kickte ein gewisser Franz Beckenbauer, der schon als Jugendlicher zu den Löwen des TSV 1860 München wechseln sollte. Doch bei einem Jugendturnier setzte es für den späteren Kaiser eine satte Watschn von einem Junglöwen, was ihn schließlich bewog, dann doch lieber zum FC Bayern München zu wechseln. Heute steht eine Statue vom Kaiser gleich neben der von „kleines, dickes Müller“ vor der Allianz-Arena in München-Fröttmaning.

Auf dem Dach des Supermarkts
Für 19 Euro 95 hat der Reiseführer auch noch 39 Hotspots in Europa aufgelistet. Da gibts den höchstgelegensten Sportplatz Europas , auf 2008 Meter über Meereshöhe, im Kanton Wallis in Gspon. Der außergewöhnliche Fußballplatz trägt den Namen Ottmar-Hitzfeld-Arena, weil der Erfolgstrainer 2009 einen neuen Kunstrasen stiftete. In Belgrad sitzen die Fußballfans auch ein bisserl höher, denn das „Drachennest“, Name der Spielstätte der roten Drachen des FK Vozdovac, ist aufs Dach eines Einkaufszentrums gebaut. Auch hier wird auf Kunstrasen gekickt, während im Erdgeschoss ausführlich geshoppt werden kann. Mit Blick auf echte Eisberge können dagegen die Zuschauer die Spiele von Qeqertarsuaq auf Grönland gucken.

Von ruhenden Krokodilen und Ufos
20 weitere Must-Sees bietet das Buch für den Rest der Welt. Da gehört das ruhende Krokodil von Bursa dazu. Das Stadion des türkischen Vereins Bursaspor ist nämlich eine Hommage an den Spitznamen der Mannschaft, die schon einmal türkischer Meister wurde: „ die Grünen Krokodile“.
An ein Ufo mit Ausblick erinnert dagegen das Stadion Sapporo Dome in Japan. Hier kann auch der Untergund ausgetauscht werden, mal Kunstrasenfeld für Baseballspiele, mal ausfahrbarer Naturrasen für die Spiele von Hokkaido Consadole Sapporo. Deutsche Nationalspieler kennen es von ihrem 8:0-Sieg gegen Saudi-Arabien bei der WM 2006.

Lars Sittig, Verrückte Fußball-Orte, Marco Polo, 225 Seiten, 19,95 Euro
ISBN 978-3-575-02337-7

Quelle: eigen

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