Eine Glaswelle, Kugeln und eine futuristische Kathedrale als Stadtverwaltung

Eine Reise durch die Architektur der Megacity
Tokios Architektur wirkt wie ein Organismus, der sich unentwegt erneuert. Was Wunder: Mit rund 33 Millionen Einwohnern ist die Metropole eine der drei größten Städte der Welt, immer neue Baustellen verändern den Blick. Wer durch die City streift, erlebt deshalb nicht nur architektonische Vielfalt, sondern auch die Geschichte einer Metropole, die sich nach Katastrophen immer wieder neu erfunden hat – vom Großen Kant?-Beben über die Kriegszerstörungen bis zu aktuellen städtebaulichen Projekten.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich Tokios Gegenwart im Viertel Shinjuku, wo Gakuen Cocoon Tower wie eine Skulptur aus Glasfasern wirkt. Das Gebäude präsentiert sich am eindrucksvollsten in der Abenddämmerung oder am frühen Morgen. Ein Spaziergang um den Block offenbart die dynamischen Linien am besten, da sich die Form mit jedem Blickwinkel verändert.

Tower der Stadtverwaltung als Aussichtspunkt
Ganz in der Nähe erhebt sich das Tokyo Metropolitan Government Building, die monumentale Stadtverwaltung, deren Doppelturm an eine Mischung aus gotischer Kathedrale und futuristischem Kontrollzentrum erinnert. Die 243 Meter hohen Türme dienen nicht nur als Verwaltungsgebäude, sondern auch als Aussichtspunkt. Besonders lohnend ist ein Besuch in den frühen Abendstunden, wenn die Lichter Shinjukus langsam aufglühen und das Panorama der Stadt sich wie ein endloses Raster aus Farben ausbreitet. Die Symmetrie der Fassaden lässt sich am besten vom Vorplatz aus erfassen, wo der massive Bau seine geometrische Strenge besonders klar zeigt.
Noch futuristischer erscheint das Asakusa Culture and Tourism Center des Architekten Kengo Kuma, dessen gestapelte Holzvolumen einen bewussten Kontrast zum benachbarten Senso-ji-Tempel bilden. Die Struktur verbindet modern-ökologische Architektur mit einer Anlehnung an traditionelle Machiya-Häuser.

Eine Welle als Kunstzentrum
In Roppongi zeigt das National Art Center Tokio, wie ein Museum ohne permanente Sammlung zu einem architektonischen Statement werden kann. Die weit geschwungene Glasfassade erinnert an eine Welle, die sich mitten im urbanen Raum bricht. Wer die Form verstehen möchte, startet am besten am gegenüberliegenden Platz und bewegt sich langsam auf das Gebäude zu – so entfaltet sich die Wellenbewegung Schritt für Schritt.
Ein weiterer Höhepunkt zeitgenössischer Architektur liegt in Aoyama: Prada-Gebäude der Prada. Seine rhombenförmige Glasfassade erzeugt einen kaleidoskopartigen Effekt, der besonders bei wechselhaftem Wetter beeindruckt.

Eine schwebende Kugel
Tokios architektonische Vielfalt setzt sich in Odaiba fort, wo das Fuji-TV-Gebäude des Architekten Kenzo Tange wie ein futuristisches Set aus einem Science-Fiction-Film wirkt. Besonders markant ist die riesige silberne Kugel, die als Aussichtskugel dient und zwischen den massiven Stahlträgern schwebt. Ein Rundgang um das Gebäude zeigt die radikale Geometrie am besten, während ein Blick von der Uferpromenade die Konstruktion in den Kontext der Bucht setzt.
Trotz aller Moderne bleibt Tokio geprägt vom Zusammenspiel aus Altem und Neuem. Der Meiji-Schrein wirkt wie ein Gegenpol zu den glitzernden Fassaden. Der Zugang über die langen, schattigen Wege lässt die Holzarchitektur des Schreins umso ruhiger und kontemplativer erscheinen.

Tipps: Als deutschsprachige Informationsquelle empfiehlt sich das offizielle Tokyo-Tourismusportal Tokyo Convention & Visitors Bureau. Hier finden sich Infos zu Stadtteilen, Unterkünften, Transportmitteln – auch auf Deutsch https://www.gotokyo.org/de . Bei der Unterkunft lohnt es sich, zentral in einem gut angebundenen Stadtteil (etwa Shinjuku, Ginza, Shibuya) unterzukommen – dies erleichtert die Erkundung der Architektur-Highlights deutlich.

Die Anreise von Deutschland nach Tokio erfolgt meist über die internationalen Flughäfen Narita (NRT) oder Haneda (HND). Direktverbindungen bestehen regelmäßig ab Frankfurt und München; typische Flugzeiten liegen bei rund zwölf Stunden. Für Preisvergleiche und aktuelle Verbindungen eignet sich die Website https://www.skyscanner.de .
Der öffentliche Nahverkehr Tokios gilt als äußerst zuverlässig. Das U-Bahn-System von Tokyo Metro und Toei Subway deckt nahezu alle touristisch relevanten Areale ab; ein Linienplan steht auf https://www.tokyometro.jp

Quelle: eigen

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