Unterschiede nicht nur in der Öko-Bilanz
Cranberrys und Preiselbeeren sehen sich zum Verwechseln ähnlich: Beide sind kugelrund und leuchtend rot. Sie gehören zur selben Pflanzengattung wie die Heidelbeere, sind aber eigenständige Arten. Die Cranberry wird vor allem in Nordamerika großflächig angebaut. Sie wird auch „Großfrüchtige Moosbeere“ oder aufgrund ihrer Blütenform „Kranichbeere“ genannt. Die europäische Preiselbeere dagegen wächst meist wild in Nadelwäldern sowie auf Heide- und Moorflächen. Während ihre Früchte höchstens erbsengroß werden, erreichen frische Cranberrys nahezu Kirschgröße. Cranberrys sind größer und schmecken im Gegensatz zu den herb-sauren bis würzig-süßen Preiselbeeren deutlich saurer. Aufgrund der meist langen Transportwege haben diese, ob frisch oder verarbeitet, aber eine schlechtere Klimabilanz als Preiselbeeren aus nord- und osteuropäischen Wildsammlungen.
Preiselbeeren und Cranberrys haben ähnliche Inhaltsstoffe – etwa Pektine, organische Säuren, Mineralstoffe wie Kalium und Vitamine wie Vitamin C (11-12 mg pro 100 g). Gesundheitlich wertvoll sind vor allem die enthaltenen Phenole: Oligomere Proanthocyanidine, kurz OPC, wirken unter anderem entzündungshemmend und antibakteriell. So soll der regelmäßige Verzehr von Preiselbeer- und Cranberrysaft helfen, besonders Harnwegsinfektionen vorzubeugen. Allerdings ist die Studienlage nicht eindeutig, sodass bei Beschwerden immer eine ärztliche Klärung und Behandlung ratsam ist.
Vorsicht vor verstecktem Zucker
Roh schmecken beide Beerenarten herb und säuerlich. Deshalb werden sie nur selten frisch verzehrt. Der Großteil der Früchte wird zu Sirup, Kompott, Marmelade oder Gelee weiterverarbeitet. Dabei gehen allerdings Teile der wertvollen Inhaltsstoffe verloren und häufig wird viel Zucker zugesetzt. Vor allem gesüßte, getrocknete Cranberrys, eine beliebte Zutat in Gebäck und Müslis, entpuppen sich als echte Zuckerbomben: Sie bestehen oft fast zur Hälfte aus Zucker.
Diese und weitere Informationen beantwortet das interaktives Lebensmittel-Forum unter https://www.lebensmittel-forum.de
Quelle: Lebensmittel-Forum
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