Rom für Foodies
Rom für Foodies
Kulinarische Städteführer der modernen Art
Da hat sich der Christian Verlag in München mal wirklich was getraut: einen Städteführer zu veröffentlichen, der seinen Schwerpunkt auf die kulinarischen Highlights legt. In Zeiten des Internets mit Tripadvisor und Co auf der einen und Gault&Millau oder Michelin auf der anderen Seite erscheint die Nische nicht gerade komfortabel. Der Clou des peppig aufgemachten Buches „Rom für Foodies“ liegt beim Autor:
Peter Loewe lebt als Korrespondent einer schwedischen Tageszeitung seit über 30 Jahren in der Ewigen Stadt und hat sich in allen Vierteln auf die Suche nach authentischer römischer Küche begeben. „Die mit den Sternen“ wird man in seinem Buch vergeblich suchen, „ sie finden überall Erwähnung“ und meist kommen sie „neutral“ daher. Loewe mag das Echte, das Wahre und in Rom muss das Lokal nun mal ein römisches Restaurant sein. Diejenigen, die nicht nur durch ihre Speisen glänzen, sondern auch noch etwas Besonderes zu bieten haben, wie Service, Ausstattung, Tradition oder lebendigen historischen Hintergrund, hat er sinnigerweise mit einem „Loewe“-Kopf gekennzeichnet.
Allein 19 Pizzerien fanden Erwähnung, vom Pizzerium Bonci, in der der Hohepriester des Ofengebäcks die Oberklasse kreiert mit Lardo di Colonnato, einem speziellen Schweinespeck bis zum Cinta-Senese-Spanferkel, reicht die Palette bis Montesacro zum „Tonda“, in dem die Pizza mit Kutteln, Zunge mit grüner Sauce gefüllt oder mit Auberginengratin belegt wird. Den „Loewenkopf“ hat sich aber nur die „Pizzeria Italia“ in der Nähe Porta Pia verdient: Preiswerte Pizzen mit klassischen Belegen, aber auch mal Exotisches wie geräucherter Provola mit gelbem Kürbis. Der Hammer scheint dort eine gefüllte Pizza zu sein, die aus Focaccia besteht und süß daherkommt: Ricotta, Nutella und viel Puderzucker. Nach Loewe auch für „Unsüße“ eine Sünde wert.
Das Buch ist aufgeteilt in Trattorien, Restaurants, Pizzerien, Bars ,Cafes, Eisdielen und besonderen Lebensmittelgeschäften mit genauer Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten. Natürlich fehlen auch persönliche Hinweise nicht, so soll man bei Bonci auch unbedingt sein nahegelegenes Brotgeschäft besuchen, denn niemand kennt sich mit steingemahlenen Mehl und Generationen überdauernde Sauerteige besser aus als Gabriele Bonci.
„Rom für Foodies“ von Peter Loewe erschienen im Christian Verlag München, Preis 19, 99 Euro
ISBN 978-3-95961-363-7
In ähnlicher Machart gibt es auch von Jonas Cramby „Tokio für Foodies“
ISBN 978-3-95961-364-4
Quelle: eigen
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