Kabinenluft mit Nervengift kontaminiert?
Wie die „Welt am Sonntag“ berichtet, scheint die Verseuchung der Atemluft in Flugzeugkabinen deutlich höher zu sein, als von den Fluggesellschaften zugegeben.
Ein Kabinenluft-Vorfall vom März 2013 hat dramatischere Folgen gehabt als bisher bekannt. Bei einem Flug von Hamburg nach Las Palmas trat ein beißender Geruch auf, den sowohl Passagiere als auch Crew-Mitglieder bemerkten. Nachdem die Passagiere das Flugzeug verließen, ordnete der Kapitän einen Testlauf der Triebwerke an. Dabei trat der Geruch erneut auf, eine Flugbegleiterin brach zusammen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Sie und eine weitere Kollegin sind bis auf Weiteres fluguntauglich geschrieben.
Ursache ist wahrscheinlich das Nervengift Trikresylphosphat (TCP), das in Triebwerksölen enthalten ist. Die Atemluft für die Kabine wird an den Triebwerken entnommen und ungefiltert eingeleitet. Wenn Öl im Triebwerk austritt und sich erhitzt, können sich giftige Dämpfe bilden, die dann ebenfalls in der Kabinenluft enthalten sind. Nach dem Bericht hat die Fluggesellschaft Condor schon vor 4 Jahren eine Studie in Auftrag gegeben, die die Belastung durch TCP in normalen Flugzeugen untersuchte. Dabei konnte eine Kontamination der Atemluft in fast allen Flugzeugtypen bestätigt, eine gesundheitliche Gefährdung von Passagieren und Personal nicht ausgeschlossen werden. Konsequenz für Condor: Die Studie wurde nicht öffentlich bekannt gemacht, eine dementsprechende Versicherung bei Unfällen durch kontaminierte Atemluft abgeschlossen. Allerdings nur für das Personal der Condor,nicht für ihre Passagiere.
weitere Informationen unter: https://www.welt.de
Quelle: Welt am Sonntag
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