Ausstellung „LSF52 Surf + Strand Kultur Sylt“ im Sylt Museum in Keitum
Sylt ist für vieles bekannt, nicht aber unbedingt dafür, die Geburtsstätte des deutschen Wellenreitens zu sein. Zwei Sylter wollen das ändern. Mit ihrer Ausstellung „LSF52 Surf + Strand Kultur Sylt“ im Sylt Museum vom 5.Mai bis 5. Januar 2025 blicken Angelo Schmitt und Dennis Bullen auf die faszinierende Geschichte des Surfens, die mehr als 70 Jahre zurückreicht und die Insel so nachhaltig prägen sollte wie kaum eine andere Sportart. Sie verstehen die Ausstellung als „Hommage an die Vorreiter der Wellen“, die den Surfspirit nach Sylt brachten und mit Leben füllten. „Die Entwicklung des Surfens und der damit verbundenen Strandkultur ist für die jüngere Sylter Geschichte immens wichtig und bislang in der Öffentlichkeit noch nicht im vollen Umfang bekannt – das wollen wir mit dieser Ausstellung ändern“, so Museumsleiter Alexander Römer, der die Ausstellung gemeinsam Angelo Schmitt und Dennis Bullen erarbeitet hat. Bereits im Jahr 1952 wurden die ersten Wellen vor Sylt gesurft - in Tauchanzügen oder auch ganz ohne Neopren auf glitschigen und sperrigen Holzplanken.
Tagsüber wachten Rettungsschwimmer von ihren Aussichtsposten in den hölzernen Karrenhäuschen über Strand und Wellen, nach Dienstschluss funktionierten sie ihre Rettungsbretter um in Surfbretter. Der damals 28-jährige Uwe Drath war der Erste, der sich 1952 mit seinem über drei Meter langen Rettungsbrett in die Nordseebrandung wagte, um damit zu surfen – ohne Leash, Finne oder die blasseste Vorstellung vom Take-off. Aber mit den allerbesten Absichten: Er wollte seinem Kurschatten vor der staunenden Kulisse des Westerländer Hauptstrandes imponieren. Schon bald wurden die ersten richtigen Surfboards im französischen Biarritz geordert und auch die lang ersehnten Neoprenanzüge fanden den Weg auf die Insel. Mit den Wellenvorhersagen im World Wide Web schwappte der Surf-Hype dann auch vom Festland rüber an die Surfspots der Insel. Immer mehr Urlaubs- und Tagesgäste versuchten fortan das kurze Zeitfenster zu erwischen, in denen Wellen und Wind perfekt zusammenpassen.
Der Name der Ausstellung ist Programm: LSF steht für Lichtschutzfaktor, die 52 für die Jahreszahl der ersten auf Sylt gesurften Welle. „LSF52“ bietet keinen Schutz vor Sonnenbrand, dafür aber einen reichen Fundus an Requisiten und Exponaten. Zu den Exponaten gehören Boards und Surf-Equipment ebenso wie Rettungsgeräte und -ausrüstung wie Tröten und Leinen aus drei Jahrzehnten. Dazu kommen Interviews mit den Surfpionieren sowie Fotos und „Super 8“-Aufnahmen aus privaten Sammlungen und aus dem Sylter Archiv.
Weitere Informationen, Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf https://www.soelring-museen.de
Mehr zum Thema Wassersport und zur Geschichte des Wellenreitens auf https://www.sylt.de
Quelle: Sylt
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